PREISTRÄGER BAUHERRENPREIS 2011 - BANKHAUS SPÄNGLER LINZ - GEPLANT UND GEBAUT VON HEIDL ARCHITEKTEN

Eine traditonsreiche Salzburger Privatbank erwirbt ein leerstehendes, desolates, denkmalgeschütztes Haus in Linz. Es ist dort am Hauptplatz das kleinste, 6,6 m breit und 52 m tief, es steht auf mittelalterlichen Grundmauern, hat hauptsächlich spätgotische Substandz, Fassadenschichten und Austockungen aus dem Barock, enthält jede Menge weitere Schichten historischer Überformungen im Detail, statische Unwägbarkeiten, technisch-restauratorische Überraschungspotenziale. Die Bank wählt für die Planung der Revitalisierung einen lokalen, jungen Architekten: Es ist sein erster größerer Auftrag. In Etappen, mit enormem Aufwand, mit oft erst spontan im Teamwork möglichen Entscheidungen entsteht aus der Fast-Ruine ein Modellfall des "Neuen Bauens in altem Kontext", der auch alle internationalen Maßstäben standhält. Die technische Komplexität des Ausbaus für zeitgemäßen Betrieb ist nicht mehr spürbar, ist durchgängig in noble, räumliche Grandezza transformiert. Neues und Altes steht in faszinierender Symbiose; nichts drängt sich vor, alles hat Qualität; erlesenes altes und neues Material wirkt im Dienst des gesamtheitlichen Baucharakters; überrachsend bei der Enge die innere Helligkeit aller Etagen durch Belichtungen über die Dachhülle, die hofseitigen Terrassen und Freiräume.

Text aus: FORUM ZV Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs von Otto Kapfinger ...mehr

18.11.2011

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