AUSSENDUNG AN ARCHITEKTINNEN ÖSTERREICHS ZUM THEMA PARLAMENTSUMBAU

Am 19.10.2012 wurde der Wettbewerb aus dem Jahr 2008 für die Neugestaltung des Nationalratssaales des österreichischen Parlaments widerrufen, d.h. für nichtig erklärt.

Für die Neuausschreibung des Parlamentsumbaus soll kein Architekturwettbewerb mehr ausgelobt werden, sondern ein „Verhandlungsverfahren mit wettbewerbsähnlichem Charakter“. (Anmerkung Präsident Pendl: „Russland ist auch eine Republik mit demokratieähnlichem Charakter“, siehe DiePresse vom 23.10.2012).

Noch zu Beginn diesen Jahres wurde unserem Büro vom Parlamentsdirektor schriftlich zugesichert, das Siegerprojekt des Nationalratssitzungssaales in das Gesamtkonzept zu integrieren. Dieser freiwilligen Zusage ging eine umfangreiche Prüfung der Machbarkeit in technischer und rechtlicher Hinsicht voraus.

Wie wir alle wissen, erfüllen Verhandlungsverfahren nicht die Mindestkriterien von Anonymität, Chancengleichheit, objektivierbaren Bewertungskriterien und unabhängige Juroren. Nebenabsprachen sind jederzeit möglich.

Dies ist auch der Grund, warum zu Verhandlungsverfahren seitens der Kammer keine Jury entsendet wird.

Seitens der Nationalratspräsidentin und der Parlamentsdirektion wird auf Präsident Arch DI Georg Pendl massiver Druck ausgeübt, in diesem Fall „ausnahmsweise“ doch einem Verhandlungsverfahren zuzustimmen.

Sollte diese Zustimmung tatsächlich erfolgen, würde dies dem Wettbewerbswesen österreichweit massiven Schaden zufügen, da es keine plausible Erklärung dafür gibt, warum ausgerechnet beim wichtigsten Gebäude der Republik Österreich kein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden kann. Es ist davon auszugehen, dass es andere Auftraggeber gleichtun.

Ich rufe aus diesem Grund alle Kolleginnen und Kollegen Österreichs auf, mit folgendem Direktantrag unseren Präsidenten in seinen Verhandlungen mit der Parlamentsdirektion zu unterstützen.

Wir fordern von Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer:

1. Für die Neuausschreibung des Generalplanerverfahrens für den Gesamtumbau des Parlaments einen Architekturwettbewerb nach dem Wettbewerbsstandard der Architekten (WSA) auszuloben.

2. Gewonnene Architekturwettbewerbe sind – von den Gewinnern – umzusetzen.

Wir bitten um eine ehestmögliche Rückantwort mit einem kurzem Ja/Nein bis Ende dieser Woche. Die konstituierende Sitzung findet schon kommende Woche statt. Alle Maileingänge werden an Präsident Arch DI Georg Pendl weitergeleitet.

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04.12.2012

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